Solothurn: Mehr Geld für den Wald?

In einem parlamentarischen Vorstoss fordern Solothurner Kantonsräte mehr öffentliche Gelder für den Wald. Sein Unterhalt lasse sich kaum mehr sicherstellen. Dies meldet die Solothurner Zeitung vom 11.8.2017.

Die immer stärker genutzte Freizeitarena Wald führt zu höheren Kosten für Waldbesitzerinnen und -besitzer. Bild WaldSchweiz/Isler

Wie bereits im Vorjahr verbuchte die Mehrheit der Solothurner Forstbetriebe ein Defizit bei der Holzproduktion, ihrem Kerngeschäft. «Das freie Betretungsrecht schränkt die Waldbesitzer stark ein und hinterlässt im Wald und beim Waldbesitzer seine Spuren», konstatiert der Selzacher Förster und CVP-Kantonsrat Thomas Studer in einem parlamentarischen Vorstoss. Der gesellschaftliche Wandel, der ansteigende Wohlstand und das Bevölkerungswachstum hätten den Wald zur grössten Freizeitarena gemacht. «Für den Waldbesitzer und die Forstbetriebe bedeutet das eine permanente Auseinandersetzung mit einer Vielzahl von Freizeitnutzern.»

Auch der Verband der Waldeigentümer und Bürgergemeinden (BWSO) organisierte letztes Jahr eine Veranstaltung zum Thema. Die «intensive Freizeitnutzung» koste die Forstbetriebe viel Geld beim Wegunterhalt, heisst es in einem BWSO-Papier. Die Rede war von Leistungen zugunsten der Infrastruktur für Erholung und Naturschutz. Am liebsten sähen es die Waldbesitzer, wenn die Nutzer die erbrachten Leistungen noch stärker berappen würden. Ob direkt oder indirekt. Thomas Studer glaubt, für die Waldeigentümer gebe es künftig nur zwei Wege: «Entweder werden sie bei der Erbringung ihrer Leistungen unterstützt oder sie müssen die Leistungen für die Öffentlichkeit reduzieren.» Konkrete Vorschläge macht der Kantonsrat in seinem Vorstoss keine. Denkbar wäre, dass der «Wald-Fünfliber» zu einem «Wald-Zehnernötli» wird.