Waldfunktionen

Der Schweizer Wald ist multifunktional; er soll jederzeit die vielfältigen Ansprüche erfüllen, die wir an ihn stellen. Die drei wichtigsten Funktionen sind sogar im Waldgesetz erwähnt: die Nutz-, Schutz- und Wohlfahrtsfunktion. Daneben ist der Wald aber auch Lebensraum für Pflanzen und Tiere, und ein Filter für Wasser und Luft.

Von den Funktionen, die der Wald erfüllt, profitiert nicht nur die Umwelt, sondern in hohem Masse auch der Mensch. Damit der Wald die von ihm erwarteten Leistungen optimal erbringen kann, ist meist eine aktive Bewirtschaftung und Pflege erforderlich. Mehraufwände für Massnahmen, die der Allgemeinheit dienen, verursachen teils erhebliche Kosten; die Waldeigentümer wollen, dass diese künftig von den Nutzniessern abgegolten werden.

Es entstehen Kosten, zum Beispiel für:

  • Unterhalt von Waldwegen, Feuerstellen und Spielplätzen
  • Abfallentsorgung
  • Schutz vor herunterfallenden Ästen
  • Schonung von Grundwasserschutzzonen
  • Naturschutzmassnahmen in Sonderwaldreservaten und am Waldrand
  • Nutzungsverzicht in Naturwaldreservaten und Totholzinseln

Diese Kosten werden durch die Öffentlichkeit oder die Nutzniessenden nur unvollständig abgegolten. Abgesehen von Beiträgen für die Schutzwaldpflege erhält die Waldwirtschaft keine automatischen Bundessubventionen wie die Landwirtschaft.

Forderung nach Abgeltung

Die Mehrheit der Schweizer Forstbetriebe schreibt aufgrund des schwierigen Holzmarkts, aber auch immer neuer einschränkender Auflagen rote Zahlen. Um die Defizite zu decken und damit Arbeitsplätze und die nachhaltige Waldpflege zu sichern, sind die Betriebe je länger, je mehr auf eine Abgeltung der bisher unentgeltlich erbrachten Waldleistungen angewiesen. Leider gibt es kein landesweites Patentrezept, wie sie ihre Leistungen finanzieren können, denn die prioritären Leistungen und deren Kosten sind von Wald zu Wald und je nach Lage im Gebirge, im Jura oder mitten in der Agglomeration ganz verschieden. Je nach Leistung sind zudem eidgenössische, kantonale oder kommunale Gesetze und Regelungen bestimmend. Da und dort existieren bereits interessante Beitragssysteme auf lokaler Ebene. WaldSchweiz setzt sich auf allen Ebenen dafür ein, dass die Leistungen der Waldeigentümer konsequent abgegolten werden.

Die Forstbetriebe sollen dabei möglichst unternehmerisch handeln können. Wo immer möglich, strebt WaldSchweiz deshalb Lösungen mit klaren Leistungsaufträgen und Beiträgen nach dem Verursacherprinzip an.