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CO2-Speicher und Luft

Wälder sind die «Grüne Lunge der Erde». Dabei ist nicht nur die Sauerstoffproduktion, sondern auch deren immense Luftfilterwirkung gemeint. Wälder säubern die Atmosphäre von Staubpartikeln und Schadstoffen. Eine Hektare Buchenwald kann der Luft jährlich fast 70 Tonnen Staub entziehen.

Dadurch finden sich in der Waldluft 200- bis 1000-mal weniger Schmutzpartikel als in den Städten. Die Bäume filtern aber nicht nur Staub und Russ aus der Luft, sondern auch viele giftige Schadstoffe, Gase und sogar radioaktive Stoffe.

Die Filterwirkung hängt dabei von der Struktur des Waldes und den Eigenschaften der einzelnen Bäume ab. Grundsätzlich gilt, je mehr Blätter (bzw. Blattoberfläche) ein Wald aufweist, desto besser ist seine Filterwirkung.  

Besonders effektive Luftfilter sind die Nadelbäume, insbesondere unsere häufigste Baumart, die Fichte, die mit ihren zwar kleinen, aber dafür sehr zahlreichen Blättern (Nadeln) eine grosse Blattoberfläche besitzt – ganzjährig und nicht nur im Sommer, wie die meisten Laubbäume. 
Die verschiedenen Stoffe bleiben an den Nadeln haften, von wo sie beim nächsten Regen abgewaschen und in den Waldboden verfrachtet werden.

Kohlenstoff ist einer der Hauptbestandteile von Holz und in Form von CO2 (Kohlenstoffdioxid) ein Element, das entscheidend zur Klimaveränderung beiträgt. Wälder können CO2 aufnehmen und den Kohlenstoff in Form von Holz speichern. Sie spielen daher eine wichtige Rolle in der Klimapolitik.

Das Ökosystem Wald ist ein enormer CO2-Speicher; langfristig gesehen aber weder eine CO2-Senke noch eine -Quelle. Wald setzt über verschiedene Prozesse (Holzvermoderung, Waldbrände etc.) immer so viel Kohlenstoff frei, wie in den vorangegangenen Jahren bzw. Jahrzehnten/Jahrhunderten durch die sogenannte Photosynthese im Holz der Bäume (und im Boden) gespeichert worden ist.

Ob ein Wald eine Quelle oder Senke ist, hängt vom Betrachtungszeitpunkt bzw. -horizont ab: In den Monaten nach dem Sturm Lothar war der Schweizer Wald eine erhebliche CO2-Quelle; in den darauffolgenden Jahren führte der Vorratsaufbau auf den Sturmflächen dazu, dass der Wald zur CO2-Senke wurde. Eine effektive Erhöhung der CO2-Speicherleistung des Waldes könnte nur über einen langfristigen Vorratsaufbau je Hektare oder eine Waldflächenzunahme erfolgen. Beide Entwicklungen werden in der Schweiz weder von der Branche noch von der Politik angestrebt (Stichwort Überalterung der Wälder bzw. Vergandung der Alpweiden).

  • CO2-Speicherung im Wald (Vegetation und Boden)
  • CO2-Speicherung in der «Zivilisation» (Holz in Gebäuden etc.)
  • Substitution von fossilen Energieträgern (Holz statt Erdöl, Erdgas etc.)
  • Substitution von CO2-intensiven Werkstoffen → Einsparung grauer Energie (z.B. Herstellung Stahl/Beton; lange Transportwege)

Wald Klimaschutz Schweiz

Der Verein Wald-Klimaschutz Schweiz setzt sich zum Ziel, bei Waldeigentümern und Forstbetrieben eine klimaoptimierte Waldbewirtschaftung zu fördern. Damit soll ein nationaler Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Die durch die klimaoptimierte Waldbewirtschaftung enstehenden notwendigen Aufwendungen, Verzichte und Verpflichtungen werden durch den Erlös aus dem Verkauf von CO2-Zertifikaten finanziert. Mehr erfahren...

CO2-Zertifikate der OAK Schwyz

Die Erhöhung der CO2-Speicherleistung des Waldes durch moderaten Vorratsaufbau wird mittels CO2-Zertifikate in Wert gesetzt. So sollen in 30 Jahren rund 245'000 t zusätzliches CO2 aus der Luft entnommen und gespeichert werden. Mehr erfahren...