WaldLuzern: Der Wald braucht Perspektiven

Nun wird sichtbar, worauf die Förster schon länger aufmerksam machen. Ganze Waldpartien verfärben sich braun, eine weitere Generation Borkenkäfer ist ausgeflogen. Gleichzeitig fehlen dem Waldeigentümer und dem Forstpersonal Perspektiven.

Derzeit wird in Schutzwäldern schönstes Bergholz «vernichtet». Das Edern, eine besonders harte Arbeit, die vom Forstpersonal eine gute Kondition und – gerade in den Sommertagen – viel Schweiss abverlangt. Foto: WaldLuzern/Werner Hüsler 2020

Die Folgen der Klimaveränderung setzen dem Wald zu. Das Schadensausmass wird auch für den Laien sichtbar. Ganze Waldpartien verfärben sich und sterben ab. Ausserhalb Schutzwald entscheiden sich immer mehr Waldeigentümer, auf die Nutzung dieser Bäume zu verzichten. Dies vor allem, weil das Holz dieser Bäume – obwohl noch gut verwendbar – keinen Wert mehr hat. Ein wertvoller Rohstoff ist vernichtet, Wertschöpfungspotential für die Holzkette verloren.

Die Waldeigentümer wollen den Kopf nicht in den Sand stecken. «Es ist jetzt erst recht wichtig, dass wir den Wald für die Zukunft fit trimmen», so Ruedi Gerber, Präsident von WaldLuzern. Konkret heisst dies, dass sie Waldpflege und Bestandesbegründungen auf die Klimaveränderungen anpassen. «Wir wollen dem öffentlichen Auftrag nachkommen, Wälder so zu pflegen, dass sie ihre vielfältigen Leistungen für die Gesellschaft erfüllen. Dazu braucht es jedoch Rahmenbedingungen, die sich wirtschaftlich rechnen und Forstpersonal das motiviert ist». Dem Wald und den Menschen die für ihn arbeiten Perspektiven geben, sei jetzt wichtig. Dafür stehe die gesamte Holzkette bis hin zum Konsumenten in der Verantwortung. Nur wer konsequent nach Schweizer Holz verlangt, gibt dem Wald und seinem Holz einen Wert.

Für die Waldeigentümer ist nun aber ein wichtiges Signal ausgeblieben. Mitte Augsust 2020 hat der Regierungsrat über das Siegerprojekt Verwaltungsgebäude Seetalplatz orientiert. Nach den überwiesenen Postulaten Candan (P 201) und Bucheli (P 222), sowie einer enga- gierten Klimadebatte, durfte zurecht erwartet werden, dass der Kanton mit gutem Beispiel vorangeht und diesen Bau mehrheitlich in Schweizer Holz realisiert. Inzwischen ist klar: Es kommt anders. In wesentlichen Teilen wird das Verwaltungsgebäude in Massivbauweise realisiert.

Eine verpasste Chance, Zeichen für den Wald, sein Holz und das Klima zu setzen, finden die Waldeigentümer. WaldLuzern und der Verband der Luzerner Korporationen bedauern den Entscheid, der so gar nicht der Immobilienstrategie von Regierung und Kantonsrat entspricht (Juni 2019). Mit der Vorstössen Peyer (P 298 / P 299) bekommen Regierung und Parlament in Kürze nochmals die Möglichkeit, Zeichen für den Wald zu setzen. 

Zur Medienmitteilung von WaldLuzern und dem Verband Luzerner Korporationen