Können Waldböden durch Kalkung regeneriert werden?

Das Bundesamt für Umwelt BAFU hat das Projekt «Experimentelle Kalkung» gestartet. Es soll zeigen, ob und wie im Wald durch menschliche Aktivitäten verursachte versauernden Einträge aus der Luft neutralisiert und die Waldböden regeneriert werden können.

Foto: BAFU/IAP, Witterswil

Die Anreicherung von Stickstoff im Boden beeinflusst viele Prozesse in den Wäldern. Es kommt zu Verlusten an verfügbaren Nährstoffen im Boden, was zu einer Fehlernährung der Bäume führt. Sie können dadurch anfälliger auf Parasiten werden, empfindlicher auf Trockenheit reagieren oder im Wachstum gehemmt werden. Um herauszufinden, wie man dem entgegenwirken könnte, hat das Bundesamt für Umwelt BAFU das Projekt «Experimentelle Kalkung» gestartet.

Die wichtigsten Ziele einer Kalkung sind, die durch menschliche Aktivitäten verursachten versauernden Einträge aus der Luft zu neutralisieren und die Pufferfähigkeit der Böden zu regenerieren. «In diesem Projekt geht es darum, auf tiefgründig versauerten und an Nährstoffen verarmten Waldstandorten die Wirkung einer Kalkung auf die Böden und die Vitalität der Bäume zu untersuchen», ist auf der Website des BAFU zu lesen.

Das Projekt ist gemäss BAFU Teil der Umsetzungsarbeiten der Waldpolitik 2020 und des Postulats von Nationalrat E. von Siebenthal, in denen es um die Verbesserung der Nährstoffsituation jener Wälder geht, die von anthropogenen Einträgen besonders betroffen sind. Das Projekt läuft vorerst über 4 Jahre.

Die Versuchsflächen befinden sich in:

  •    Busswil bei Melchnau BE (Tannenbestand, 620 m.ü.M.)
  •    Menzingen ZG (Fichtenbestand, 980 m.ü.M.)
  •    Bachs ZH (Buchenbestand, 600 m.ü.M.)

Flyer «Experimentelle Kalkung» zum Download

Mehr Informationen zum Projekt auf der Website des BAFU