WaldSchweiz-Präsident fordert 25 Millionen Franken jährlich für den Wald

In zwei Vorstössen fordert Ständerat Daniel Fässler (AI) direkte und indirekte Unterstützung für die Waldeigentümer. Der Bund soll sicherstellen, dass der Wald gepflegt und genutzt und damit dem Klimawandel angepasst wird. Dem Bundesrat wird zudem die Frage gestellt, weshalb der Bund bei der Beschaffung von Holzschnitzeln für Armeeanlagen nicht konsequent auf Schweizer Holz setzt.

Besonders in schwer zugänglichen Gebieten lassen Waldeigentümer ihre Wälder aus Kostengründen vermehrt ungenutzt. Foto: WaldSchweiz/Jaquemet

«Es sind gezielt Massnahmen zu fördern und finanziell zu unterstützen, die es den Waldeigentümern ermöglichen, einen gesunden, stabilen und klimafitten Wald zu erhalten», heisst es im Motionstext, den CVP-Ständerat und WaldSchweiz-Präsident Daniel Fässler am 18. Juni 2020 eingereicht hat. Der Bundesrat wird aufgefordert, in einem ersten Schritt für eine erste Vierjahres-Periode zusätzliche leistungsbezogene, finanzielle Beiträge im Umfang von mindestens 25 Millionen Franken pro Jahr in drei Bereichen auszurichten: für eine «Stabilitäts-Waldpflege» in allen Entwicklungsstufen, für Sicherheitsholzschläge und für klimaangepasste Wiederaufforstungsmassnahmen.

Warum setzt Armasuisse die Waldpolitik des Bundes nicht konsequent um?
Gleichzeitig will Ständerat Daniel Fässler vom Bundesrat Erklärungen zur aktuell öffentlichen Ausschreibung von Armasuisse zur Beschaffung von Holzschnitzeln für die Schweizer Armee. Dazu hat er am 16. Juni 2020 eine Interpellation eingereicht mit dem Titel «Warum setzt Armasuisse die Waldpolitik des Bundes nicht konsequent um?» Im 2016 revidierten Waldgesetz verpflichtete sich der Bund, nachhaltig produziertes Holz zu fördern – und die zuständige Bundesrätin versprach damals, dabei explizit auf Schweizer Holz zu setzen. Mit der aktuellen, internationalen Ausschreibung begebe sich der Bund nun auf einen Holzweg: Die geforderte, grosse Liefermenge würde vor allem die kleineren Schweizer Lieferanten unnötig benachteiligen. Weil bei den Zuschlagskriterien die Nachhaltigkeit weniger gewichtet würde als der Preis, sei zu befürchten, dass ausländische Lieferanten den Zuschlag bekommen. Für den Transport des Holzes seien rund 3'800 Lastwagenfahrten nötig. Vor dem Hintergrund der Klimadebatte und der aktuellen Holzschwemme in der heimischen Forstwirtschaft ersucht Fässler den Bundesrat darum, die Ausschreibung abzubrechen.

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