Holzmarkt und Holzpreise – Das Jahr, das war, und das Jahr, das sein wird
2025 war geprägt von einer instabilen internationalen Konjunktur und Unsicherheiten auf den Märkten. Das neue Jahr verspricht hingegen mehr Stabilität und lässt sogar ein leichtes Wachstum erwarten.
Auf internationaler Ebene haben Zölle und die schlechte Konjunktur in China den Holzhandel, insbesondere in Europa, beeinflusst. Besonders Kanada litt unter den Zöllen von 45 % auf bestimmte Holzprodukte. Die Holzanbieter suchen derzeit nach Absatzmärkten jenseits des Atlantiks. Einige europäische Länder profitierten jedoch von dieser Situation, indem sie mehr Holz in die Vereinigten Staaten exportierten, um den Rückgang der Exporte nach China auszugleichen.
In der zweiten Jahreshälfte 2025 kam es zu Versorgungsengpässen. Im Gegensatz zu den Vorjahren wurden im Sommer 2025 ungewöhnlich kleine Volumen Käferholz (Fichte) verzeichnet. Die Versorgungsengpässe für Frischholz dauerten aufgrund der ungünstigen Wetterbedingungen in einigen Regionen auch im Herbst an. Der Rohstoffmangel und die gleichzeitig florierende Bauwirtschaft führten zu einer starken Nachfrage.
Seit der Baisse von Fichtenholz der Qualität B im Herbst 2024 (104 CHF/m³) sind die Preise laut der eidgenössischen Preisstatistik leicht, aber stetig gestiegen. Die Daten für November/Dezember 2025 sind zwar noch nicht publiziert, dennoch darf man davon ausgehen, dass die Preise weiter steigen, wenn auch weniger stark als in den Nachbarländern, insbesondere in Deutschland.
Der Energieholzmarkt verzeichnete laut Rundholzpreisstatistik eine stabile und anhaltende Nachfrage mit einer guten saisonalen Erholung der Preise zum Jahresende 2025. Buchenholzstämme wurden im Herbst nur schwach nachgefragt. Der Bedarf nach anderen Laubhölzern blieb im Vergleich zu den Vorjahren stabil.
Die Aussichten für dieses Jahr
Die Fachexperten aus der Branche gehen davon aus, dass der Markt trotz möglicher regionaler Unterschiede stabil bleiben oder sogar einen leicht steigenden Trend verfolgen. Der Bausektor bietet kurzfristig gute Aussichten. Mittel- und langfristig bestehen jedoch weiterhin Unsicherheiten. Für die Erntesaison 2025/2026 bieten Nadelhölzer gute Aussichten. Die Nachfrage nach Fichte wird wohl weiterhin hoch bleiben, und die Preise dürften weiter steigen. Die Nachfrage nach Tanne ist im Vergleich zur Fichte weniger ausgeprägt, dennoch dürften die Preise leicht über dem Durchschnitt liegen. Gesucht wird gute Qualität (A/B) mit höheren Durchmessern.
Laubholz, insbesondere Buche, wird im Vergleich zum Vorjahr voraussichtlich schwach bis leicht rückläufig gefragt sein, sodass sich die Preise auf einem stabilen, aber niedrigen Niveau bewegen. Insgesamt ist die Marktdynamik wenig positiv. Eine Ausnahme bildet Esche, bei der die steigende Nachfrage anhalten dürfte. Eiche ist in guten Qualitäten weiterhin zu stabilen Preisen gefragt. Energieholz bleibt für alle Sortimente weiterhin stark gefragt. In einigen Regionen der Schweiz erreichen die Preise für Buchenenergieholz jene für Rundholz.
Empfehlungen
Waldeigentümerinnen und -eigentümern wird empfohlen, Nadelholz, insbesondere Fichte, zu ernten, um von den in diesem Jahr herrschenden guten Aussichten auf dem Markt zu profitieren. Die Nutzung von Laubholz, insbesondere von Buchenholz minderer Qualität, wird ausserdem die starke Nachfrage nach Energieholz befriedigen.
Fortwährende Nachfrage nach Schweizer Rohholz
Im Rahmen der neuen Holzmarktkommission trafen sich Vertreter von WaldSchweiz und von Holzindustrie Schweiz zum Dialog über aktuelle Themen rund um Wald und Holz. Am 26. Januar 2026 hat sich die neue Holzmarktkommission (HMK) an einer Sitzung in Solothurn offiziell konstituiert. Dieses nationale Gremium, das sich paritätisch aus Vertretern der Holzlieferanten- und der Holzabnehmerseite zusammensetzt, wird sich künftig auf der Basis des neuen Gesetzesartikels im Waldgesetz (Art. 41b WaG) mindestens zwei Mal pro Jahr treffen und über den Holzmarkt sowie über weitere ausgewählte Themen aus dem Bereich Wald und Holz austauschen. Die beiden Verbände WaldSchweiz und Holzindustrie Schweiz (HIS) fungieren als Träger der neuen HMK; mit der erwähnten Änderung des WaG wird die parlamentarische Initiative «Preisempfehlungen auch für Holz aus Schweizer Wäldern» in die Tat umgesetzt.
Mit der revidierten gesetzlichen Grundlage besteht die Möglichkeit, Richtpreise für Schweizer Rohholz zu publizieren. An der ersten Sitzung der HMK stand neben den Gesprächen zum Holzmarkt die im Dezember 2025 durch den Bundesrat verabschiedete Integrale Wald- und Holzstrategie (IWHS) – und dabei vor allem die Mobilisierung einer zusätzlichen Million Kubikmeter Rohholz – zur Diskussion.
Preise steigen entsprechend der Nachfrage
Aufgrund der Volatilität des Holzmarkts und der grossen regionalen Unterschiede beschränkt sich die HMK auf die Festlegung von Preistendenzen für spezifische Leitsortimente. Auf konkrete Richtpreise wird an dieser ersten Sitzung ausdrücklich verzichtet. Aus den Statistikdaten ist ersichtlich, dass die Holzpreise in den Leitsortimenten seit Juli 2025 eine steigende Tendenz aufweisen, insbesondere bei Langholz. Die Preissituation ist Abbild einer fortwährend hohen Nachfrage nach Schweizer Rohholz, die sich positiv auf die Preisentwicklung auswirkt. Nachfrage und Preis für Buchenstammholz entwickeln sich hingegen schwach bis leicht rückgängig. Beim Laubholz zeigen einzig Esche und gute Eichenqualitäten eine robuste Nachfrage. Die Prognose bis Sommer 2026 zeigt, dass Rohholz, das auf den Rundholzmarkt kommt, von den Sägereien zu marktgerechten Preisen übernommen werden kann. Die HMK spricht von einer insgesamt guten Marktlage, was die Nachfrage nach Schweizer Rohholz (Schnittholz) angeht, und spricht die Empfehlung an die Waldeigentümer aus, die Holznutzung entsprechend der hohen Nachfrage zu forcieren.
Holzmarktberichte Schweiz
Holzmarktberichte International
Holzpreise Liniendiagramm: 2015-2025
Holzpreise Säulendiagramm: 2015-2025
Weiterführende Links
Bundesamt für Statistik (BFS)
Produzentenpreisindex Rohholz
Produzentenpreisindex Schnittholz
Schweizer Bauernverband (SBV)
Brenn- und Chemineeholz
