Gute Marktlage: fortwährende Nachfrage nach Schweizer Rohholz
Am 26. Januar 2026 traf sich die Holzmarktkommission, bestehend aus Holzlieferanten und Holzabnehmern, ein erstes Mal in neu konstituierter Zusammensetzung. Nebst aktuellen Themen rund um Wald und Holz diskutierte die Kommission die Marktlage für Schweizer Rohholz. Dabei wurde eine nach wie vor hohe Nachfrage der Schweizer Sägewerke nach Rundholz festgehalten. Für die Waldeigentümerinnen und -eigentümer eine gute Situation.

Am Montag, 26. Januar 2026 hat sich die neue Holzmarktkommission (HMK) an einer
Sitzung in Solothurn offiziell konstituiert. Dieses nationale Gremium, das sich paritätisch
aus Vertretern der Holzlieferanten- und der Holzabnehmerseite zusammensetzt (siehe
Kasten unten), wird sich künftig auf der Basis des neuen Gesetzesartikels im Waldgesetz (Art. 41b WaG) mindestens zwei Mal pro Jahr treffen und über den Holzmarkt sowie über weitere ausgewählte Themen aus dem Bereich Wald und Holz austauschen. Die beiden Verbände WaldSchweiz und Holzindustrie Schweiz (HIS) fungieren als Träger der neuen HMK; mit der erwähnten Änderung des WaG wird die parlamentarische Initiative «Preisempfehlungen auch für Holz aus Schweizer Wäldern» in die Tat umgesetzt. Mit der revidierten gesetzlichen Grundlage besteht die Möglichkeit, Richtpreise für Schweizer Rohholz zu publizieren. An der ersten Sitzung der HMK standen neben den Gesprächen zum Holzmarkt die im Dezember 2025 durch den Bundesrat verabschiedete Integrale Wald- und Holzstrategie (IWHS) – und dabei vor allem die Mobilisierung einer zusätzlichen Million Kubikmeter Rohholz – zur Diskussion.
Gute Auftragslage bei Sägereien
Die HMK führte an der Sitzung Gespräche über die aktuelle Lage am Holzmarkt.
Grundlage dafür bildeten zwei Umfragen bei den jeweiligen Marktakteuren sowie die
Holzpreisstatistik von WaldSchweiz, erhoben durch Agristat. Die Erkenntnisse können
folgendermassen zusammengefasst werden.
Die Auftragslage in der Bauwirtschaft wird mehrheitlich als gut bis sehr gut
eingeschätzt. Besonders der Holzbau weist eine hohe und stabile Auslastung auf;
zahlreiche Zimmerei- und Holzbaubetriebe verfügen über gut gefüllte Auftragsbücher.
In den kommenden Monaten wird mehrheitlich mit einer stabilen Auslastung der
Holzindustriebetriebe gerechnet.
Insgesamt wird die Nachfrage nach Schweizer Schnittholz stabil bis steigend
eingeschätzt. Entsprechend ist der Schnittholz-Lagerbestand passend bis eher tief. Bei
grossen Sägereien und industriellen Betrieben ist die Auftragslage gut bis sehr gut;
traditionelle und kleinere Sägereien bewerten die Situation eher als mittel bis gut. Die
Nachfrage nach Rundholz, generell bei Nadelholz und insbesondere bei Fichte/Tanne,
ist hoch und übersteigt teilweise das Angebot. Fast die Hälfte der befragten Sägereien
(44%) melden einen tiefen Rundholz-Lagerbestand. Diese Situation wird sich in den
kommenden Monaten bis zum Sommer 2026 kaum verändern, da wenig geschlagenes
Holz im Wald vorhanden ist. Der seit Juli vergangenen Jahres statistisch beobachtbare
Trend bei den Holzpreisen wird sich bei dieser Marktlage voraussichtlich fortsetzen.
Vorbehalten bleiben gröbere ausserordentliche Marktverschiebungen, was das Angebot
angeht.
Die Nachfrage und die Preise bei Industrieholz sind stabil bis zurückgehend. Die
Preisdifferenz zu Energieholz ist aktuell oft so gering, sodass potenzielles Industrieholz
zum Teil direkt als Energieholz verwertet wird. Beim Energieholz ist die Nachfrage
saisonbedingt gross und die Preise sind angestiegen. Bei Nadelstammholz ist die
Nachfrage stabil bis steigend. Insbesondere Lärche ist stark nachgefragt, was zu einem
Preisanstieg geführt hat. Laubstammholz (vorab Buche) spielt auf dem Holzmarkt eine
eher untergeordnete Rolle. Die Nachfrage ist entsprechend schwach bis leicht
rückgängig – Ausnahmen bleiben Esche und gute Eichen-Qualität, wo eine steigende
Nachfrage festgestellt werden kann.
Steigende Preistendenz entsprechend der Nachfrage
Aufgrund der Volatilität des Holzmarkts und der grossen regionalen Unterschiede
beschränkt sich die HMK auf die Festlegung von Preistendenzen für spezifische
Leitsortimente (siehe nachfolgende Tabelle). Auf konkrete Richtpreise wird an dieser
ersten Sitzung ausdrücklich verzichtet. Aus den Statistikdaten ist ersichtlich, dass die
Holzpreise in den Leitsortimenten für Nadelholz seit Juli 2025 eine steigende Tendenz
aufweisen, insbesondere bei Langholz. Die festgestellte Preissteigerungstendenz ist
Abbild einer fortwährend hohen Nachfrage nach Schweizer Rohholz. Die Nachfrage und
der Preis für Buchenstammholz entwickeln sich hingegen schwach bis leicht rückgängig. Beim Laubholz zeigen einzig Esche und gute Eichenqualitäten eine robuste Nachfrage. Die Prognose bis Sommer 2026 zeigt, dass Rohholz, das auf den Rundholzmarkt kommt, von den Sägereien zu wettbewerbsgerechten Preisen übernommen werden kann. Die HMK spricht von einer insgesamt guten Marktlage, was die Nachfrage nach Schweizer Rohholz (Schnittholz) angeht, was für eine Ausweitung der Mengen spricht.
Kontakt Benno Schmid
Leiter Kommunikation und Politik, WaldSchweiz
+41 32 625 88 71
benno.schmid@waldschweiz.ch

