Wald gerät politisch zunehmend unter Druck
WaldSchweiz, der Verband der Waldeigentümer, führte seine diesjährige Delegiertenversammlung in Bramois (VS) durch. In seinem Jahresrückblick stellte der Präsident, Ständerat Daniel Fässler, fest, dass der Wald zunehmend politisch unter Druck gerät. Als Ersatz für den zurückgetretenen Felix Lüscher wurde Matthias Kläy in den Zentralvorstand gewählt.

Deutlich wurde der Druck auf den Wald im vergangenen Jahr vor allem bei den Sparplänen des Bundes und bei der Motion zum Rodungsersatz. «Dank grossen Anstrengungen und der Unterstützung einer breiten politischen Allianz konnte der drohende Teilrückzug des Bundes aus seiner Verantwortung weitgehend abgewendet werden», bilanzierte Ständerat Daniel Fässler (AI), Präsident von WaldSchweiz, an der Delegiertenversammlung in Bramois (VS).
Schaden in Grenzen gehalten
Das im Jahr 2025 vom Bundesrat vorgeschlagene Entlastungspaket 27 (EP 27) hatte zum Ziel, den Finanzhaushalt des Bundes wieder ins Lot zu bringen. Mit dem im Frühjahr 2026 durch das Eidgenössische Parlament verabschiedeten EP 27 konnte dieses Ziel ohne grösseren Schaden für die Waldbranche erreicht werden. So wurden bei der forstlichen Ausbildung, welche für die Arbeitssicherheit von grosser Wichtigkeit ist, wesentliche finanzielle Mittel gesichert. Auch eine völlige Streichung im Waldgesetz konnte verhindert werden. Bei den Programmvereinbarungen zwischen Bund und Kantonen zur Umsetzung der Waldpolitik waren es anstelle von zehn nur deren zwei Prozent, die eingespart werden müssen. Verloren gingen jedoch Gelder, welche bisher die Einsätze von Zivildienstleistenden im Wald etwa für die Bekämpfung von Neophyten sichergestellt hatten.
Flexible Lösung beim Rodungsersatz
Die von National- und Ständerat angenommene Motion «Mehr Flexibilität beim
Rodungsersatz» von Ständerat Benedikt Würth (SG) verlangt, dass der Rodungsersatz –
abgesehen von temporären Waldrodungen – künftig zu wesentlichen Teilen qualitativ
erfolgen kann. Begründet wird das Ansinnen damit, dass die Waldfläche in der Schweiz
zunimmt und nicht mehr bedroht ist. WaldSchweiz hat sich bisher ohne Erfolg dagegen
ausgesprochen, steht doch der Wald aufgrund von zusätzlichen Infrastrukturbauten im
Mobilitäts- und Energiebereich unter einem erhöhten Nutzungsdruck. «Immerhin wird der Bund nun zuerst prüfen, ob effektiv ein Handlungsbedarf besteht, oder ob das geltende Recht die gewünschte Flexibilität bereits ermöglicht», stellte Präsident Daniel Fässler fest. Dass diese Arbeiten unter Einbezug wichtiger Akteure wie WaldSchweiz als Verband der Waldeigentümer erfolgen, werde daher zustimmend zur Kenntnis genommen.
Verbandsjahr 2025: erfolgreiche Forstmesse
Beim Rückblick auf das letzte Verbandsjahr war an der Delegiertenversammlung im Wallis auch die traditionelle internationale Forstmesse in Luzern ein Thema. Diese Messe bietet WaldSchweiz jeweils eine gute Möglichkeit, auf seine vielfältigen Dienstleistungen
hinzuweisen. Im Bereich der Publikationen wurde eine neue Informationsbroschüre über den Wald sowie ein Merkblatt Trinkwasser veröffentlicht, welche sich der Sache des Waldes und der Inwertsetzung von Ökosystemleistungen annimmt. Auch konnte im Jahr 2025 der neue Webshop in Betrieb genommen werden, mit dem der WaldShop noch attraktiver wird.
Ersatzwahl im Zentralvorstand
Nach 13 Jahren trat Felix Lüscher aus dem Zentralvorstand zurück. Als inzwischen
pensionierter Bereichsleiter Wald der Oberallmeindkorporation Schwyz (SZ) brachte er
wertvolle Aspekte aus der Forstpraxis ein. Zu seinem Nachfolger wählten die Delegierten
Matthias Kläy. Der 54-jährige Umweltnaturwissenschaftler ETH ist seit 2018 Leiter des
Forstbetriebs Region Zofingen (AG).
Kontakt Benno Schmid
Leiter Kommunikation und Politik, WaldSchweiz
+41 32 625 88 71
benno.schmid@waldschweiz.ch
