20. Oktober 2026 – Lesezeit: 5 Minuten
WALD und HOLZ

«Sie sind sehr gut ausgebildet und wissen, was sie wollen»

WaldSchweiz hat nach einem aufwendigen Rekrutierungsverfahren 21 neue Lehrkräfte verpflichtet. Die grosse Anzahl führt der Verband auf die optimierte Information und Vorbereitung zurück.

von Ralph Möll

Chefredaktor «WALD und HOLZ» und «LA FORÊT»

Seilsicherung im steilen Gelände: In dieser Übung «rettet» Mael Hamon (links) Claudio Flütsch. Bilde: zvg
Im Rahmen der Einführung in das Instruieren erteilte jeder Teilnehmer eine Lektion in einem ihm vertrauten nicht forstlichen Thema. Hier weiht Timo Rohner (2. v. l.) Jano Nörrum, Johnny von Allmen und Fernando Gisler (v. l.) in die Geheimnisse des XXX ein. Bilde: zvg
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Ralph Möll | «Viele langjährige und erfahrene Lehrkräfte von WaldSchweiz haben angekündigt, in absehbarer Frist in Pension zu gehen. Also mussten wir handeln.» Roger Sacher ist bei WaldSchweiz für die Lehrkräfte verantwortlich, und somit auch dafür, dass überhaupt genügend Lehrkräfte vorhanden sind, damit die vielen Kurse, welche der Verband anbietet, stattfinden können. «Handeln» bedeutet für Roger Sacher in diesem Fall, neue, junge Lehrkräfte zu rekrutieren.

Hunderte Kurse, Tausende Teilnehmer

WaldSchweiz bietet jedes Jahr mehrere Hundert Kurse an. 2025 besuchten über 4600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines der knapp 600 Angebote. Um alle diese Kurse unter fachkundiger Leitung durchführen zu können, braucht der Verband eine Vielzahl von Lehrkräften. Aktuell sind es rund 250, und zwar aus allen Landesteilen. 16 davon agieren in diesem Schuljahr erstmals als Instruktoren. Nach einem langen und anspruchsvollen Auswahlverfahren haben sie sich zusammen mit fünf weiteren Kandidaten für diese verantwortungsvolle Aufgabe qualifiziert.

«Lehrkraft wird man nicht einfach so», sagt Roger Sacher. «Dafür muss man ein knallhartes, mehrstufiges Auswahlverfahren, welches sich über mehrere Monate erstreckt, durchlaufen.» Dabei wird theoretisches Wissen abgefragt, und praktische Fertigkeiten werden geprüft. Genauso wichtig ist aber auch die menschlich-soziale Komponente. Eine Lehrkraft muss nicht nur ihr Handwerk beherrschen und Lerninhalte vermitteln können, sie muss vor allem auch mit Menschen umgehen können.

Theorie, Praxis, Charakter

Theorie und Praxis mit Punkten zu beurteilen, ist einfach und eindeutig. Doch wie bewertet WaldSchweiz die charakterliche Eignung von Interessentinnen und Interessenten? «Wir verlassen uns da stark auf die Einschätzung der Lehrkräfte, welche uns beim Evaluationsprozess unterstützen und begleiten.» Bei der Rekrutierung und Auswahl neuer Lehrkräfte ist WaldSchweiz auf die Mithilfe und die Erfahrung langjähriger Lehrkräfte angewiesen. Diese begleiten und unterstützen den Auswahlprozess, indem sie beispielsweise Prüflinge bei der praktischen Arbeit bewerten. «Und sie geben eine persönliche Einschätzung zur Eignung von Kandidatinnen und Kandidaten als Lehrkraft ab, der wir grosses Gewicht beimessen.»

Nachdem WaldSchweiz 2025 in der Branche bekannt gemacht hatte, dass neue Lehrkräfte gesucht werden, erhielten Interessentinnen und Interessenten ein Datenblatt mit Informationen zu den Rahmenbedingungen und den nötigen Qualifikationen. Zentral ist dabei das Diplom als Forstwart/in EFZ. Ebenfalls unerlässlich ist der Führerausweis. Dieses Datenblatt gab WaldSchweiz bei dieser Rekrutierung erstmals ab. «Kandidatinnen und Kandidaten müssen wissen, was sie erwartet, und was wir erwarten», sagt Roger Sacher.

Wenn weniger mehr ist

Dieses Vorgehen hat sich bewährt: Meldeten sich bei früheren Ausschreibungen bis zu 90 Personen, waren es dieses Mal nur 52. Das ist ganz im Sinne von WaldSchweiz. Der Verband investiert zwischen 8000 und 12 000 Franken in die Ausbildung einer Lehrkraft. «Das ist finanziell und personell ein grosser Aufwand. Den wollen wir möglichst nur für ernsthaft interessierte Kandidatinnen und Kandidaten betreiben.» Von den ursprünglich 52 Personen lud WaldSchweiz im Februar 2026 31 zur finalen Praxisprüfung – bei der die praktische Holzernte, Maschinen- und Kettenkenntnisse sowie Seilzug und Seiltechniken abgefragt wurden – ein. Die restlichen Kandidaten hatten sich von sich aus zurückgezogen oder bei der Theorieprüfung nicht die erforderliche Punktezahl erreicht.

Im Rahmen dieser Theorieprüfung führten die Verantwortlichen auch Einzelgespräche mit sämtlichen Kandidaten durch, um sie besser kennenzulernen und einen ersten persönlichen Eindruck von ihnen zu erhalten. «Das war sehr wertvoll», sagt Roger Sacher, der von den Leistungen der Kandidaten beeindruckt war: «Sie erzielten durchweg sehr gute Resultate und schienen sich sehr gut auf die Prüfung vorbereitet zu haben.»

Der letzte Schnitt erfolgt im Forst

Nach der Praxisprüfung erfolgte schliesslich für den letzten Schnitt von 31 Kandidaten auf noch 21 Lehrkräfte. Wobei «noch» relativiert werden muss, qualifizierten sich in früheren Auswahlprozessen doch jeweils deutlich weniger Kandidatinnen und Kandidaten. Diesen Erfolg schreibt Roger Sacher der optimierten Information durch WaldSchweiz zu: «Die Anforderungen waren gleich hoch wie in der Vergangenheit. Aber wir haben die Interessenten besser informiert und vorbereitet. Dafür verbrachte ich sehr viel Zeit am Telefon. Das hat sich jedoch gelohnt.»

Und zwar so sehr, dass WaldSchweiz die Ausbildung der neuen Lehrkräfte staffeln musste. Die Einführungskurse für Lehrkräfte sind für acht Personen ausgelegt, weshalb im Juni 2026 gleich zwei Kurse durchgeführt werden mussten. Die 16 neuen Lehrkräfte werden in diesem Schuljahr bereits 48 Wochenkurse im Rahmen von überbetrieblichen Kursen A und B geben; die anderen fünf werden ihren Einführungskurs im nächsten Jahr absolvieren.

Roger Sacher ist von den neuen Lehrkräften beeindruckt und überzeugt: «Sie sind bewundernswert gut ausgebildet, und sie wissen, was sie wollen.» Solche fähigen Fachleute nehmen naturgemäss auch in ihren Betrieben und Unternehmen mehr Verantwortung wahr, weshalb sie sich bisweilen weniger für Kurse zur Verfügung stellen können. «Wir sind entsprechend froh, haben wir so viele motivierte, junge Lehrkräfte rekrutieren können. Und ich hoffe, dass sie uns möglichst lange erhalten bleiben.»

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20. Oktober 2026 - Lesezeit: 5 Minuten

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