Jedes Jahr werden Schweizer Wälder gepflegt und bewirtschaftet. Deshalb müssen Absperrungen und Anweisungen des Forstpersonals jederzeit beachtet werden.

Warum?

Waldpflege und Holzernte sorgen für sichere, stabile und klimaangepasste Wälder. Forstarbeiten gehören jedoch zu den gefährlichsten Tätigkeiten der Schweiz.

Der Wald braucht uns Menschen nicht, aber wir brauchen den Wald. Er soll unsere Infrastrukturen schützen, den Klimawandel abfedern oder der Erholung dienen. Ausserdem liefert er sauberes Trinkwasser und produziert den nachwachsenden Rohstoff Holz. Damit er all diese Ansprüche der Gesellschaft jederzeit und überall erfüllen kann, kann man ihn nicht einfach sich selbst überlassen.

Die Schweizer Forstleute zählen weltweit zu den am besten ausgebildeten Berufsleuten. Die rund 3000 Forstprofis im Schweizer Wald machen einen hervorragenden Job für den Wald und uns alle. Dazu kommen all diejenigen Personen, die privat in ihrem Wald tätig sind. WaldSchweiz sorgt mit einem breit abgestützten, praxisnahen >Aus- und Weiterbildungsangebot dafür, dass auch die zukünftigen Generationen von Waldprofis für die herausfordernde Arbeit im Wald vorbereitet sind und am Abend gesund nach Hause kommen.

Wichtig: Es gibt auch Wälder, sogenannte Totalreservate, in denen auf eine forstliche Nutzung verzichtet wird und der Wald sich ohne menschliches Zutun frei entwickeln kann. Diese liegen aber meistens ausserhalb des Schutz- oder Erholungswaldes. Überall sonst braucht es Fachleute, die die Zusammenhänge im Wald kennen und den Wald gezielt pflegen, damit er jederzeit gesund, stabil und sicher begehbar bleibt.

Wird der Wald nicht übernutzt?

Nein, generell wird der Schweizer Wald nicht übernutzt - im Gegenteil! Jedes Jahr wachsen rund 1.5 Mio. Kubikmeter mehr Holz nach, als genutzt wird oder natürlich abstirbt. Es ist also sogar noch ein ungenutztes Potential vorhanden. Ein Blick in das Schweizer Landesforstinventar zeigt, dass der durchschnittliche Holzvorrat in der Schweiz seit Jahrzehnten zu nimmt. Lag er 1985 noch bei 334 m3/ha, liegt der durchschnittliche Holzvorrat heute inklusive stehenden abgestorbenen Bäumen bei 374 m3/ha. Mit rund 350 m3 lebenden Bäumen pro Hektar hat die Schweiz sogar den höchsten durchschnittlichen Holzvorrat Europas. Ausserdem schützt eines der strengsten Waldgesetze den Wald in seiner Fläche und vor grossflächigen Holzschlägen und Übernutzung.  

Die Steigerung der Holzernte ist aber nicht überall in der Schweiz im gleichen Ausmass möglich. Es gibt Regionen in der Schweiz, z.B. im Mittelland, die bereits einfach zu bewirtschaften sind und zudem in den letzten Jahren mit Waldschäden zu kämpfen hatten. Dort wurde dementsprechend mehr Holz geerntet als ursprünglich geplant war. Im Gegensatz dazu wird der Wald in den Alpen, Voralpen und auf der Alpensüdseite klar zu wenig genutzt und gepflegt. Das heisst die Wälder werden älter, dunkler und somit auch instabiler. Das kann insbesondere in Wäldern mit Schutzfunktion problematisch werden. Die Pflege und Auflichtung dieser Wälder fördert nicht nur die Stabilität, sondern ist auch ein wichtiger Faktor bei der Förderung der Artenvielfalt. So ist beispielsweise das Auerhuhn auf ein Mosaik zwischen alten Nadelbäumen und offenen, lichten Flächen angewiesen.

Das Ziel einer ökologisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich nachhaltigen Waldbewirtschaftung ist, dass sich der Zuwachs, die Nutzung und das natürliche Absterben von Bäumen längerfristig die Waage halten. Nur so ist der Wald für zukünftige Herausforderungen gewappnet und kann allen Bedürfnissen der Gesellschaft gerecht werden.

Machen Forstmaschinen den Wald kaputt?

Die mechanisierte Holzernte ist ein zentraler Bestandteil der heutigen Waldbewirtschaftung. Sie erhöht die Arbeitssicherheit und ist ein wichtiger Faktor für eine wirtschaftliche Holzernte. Für manche Waldbesucher können die grossen Maschinen jedoch beängstigend und im Wald als Fremdkörper wirken. Mit den modernen Maschinen kann jedoch sorgfältiger und präziser gearbeitet werden, als man auf den ersten Blick denken würde. Voraussetzung ist, dass sie sachgemäss und bei geeigneten Witterungsverhältnissen eingesetzt werden. Dafür haben Bund und Kantone diverse Richtlinien und Merkblätter ausgearbeitet.

Früher wurde oft mit dem normalen Landwirtschaftstraktor bis zum Baumstamm gefahren und das Befahren des Waldbodens erfolgte oft flächig. Die heutigen Maschinen sind zwar grösser, haben aber dickere Reifen oder sogar Raupen. So wird das Gewicht gleichmässiger verteilt und der Einfluss auf den Boden minimiert. Auch der Einsatz von Astteppichen kann den Boden schonen.

Dazu kommt, dass heute der Waldboden meist nur noch auf sogenannten Rückegassen befahren wird. Diese werden systematisch geplant und bleiben auch immer am gleichen Ort. Mit einem Abstand der Rückegassen von 30 m wird so fast 90 % der Waldfläche nie befahren. Somit ist der Boden dort dauerhaft vor Verdichtung geschützt.

Schlussendlich muss klar sein, selbst die Nutzung des nachwachsenden Rohstoff Holz ist immer mit einem Eingriff in die Natur verbunden. Der Einsatz von modernen Maschinen ist aber ein gangbarer Kompromiss. So wird der Wald nicht nur gepflegt, sondern kann auch wirtschaftlich nachhaltig bewirtschaftet werden.

Wie verhalten?

Beachten Sie Signalisationen, Absperrungen und Anweisungen des Forstpersonals. Betreten Sie gesperrte Bereiche nicht.

Gesetzliche Grundlage:

Waldgesetz (WaG), Unfallverhütungsvorschriften

Wir sind als Gast willkommen.  Als Waldbesucherinnen und -besucher sind wir im Wald willkommen, je nach Ort und Zeit gelten aber zweckmdssige Bestimmungen zum Beispiel beziiglich Naturschutz und Waldbrandgefahr. Wir befolgen sie. ©Max Spring
Wir geniessen die Ruhe und Langsamkeit.  Im Wald gilt ein generelles Fahrverbot fiir Motorfahrzeuge. Fiir Fahrrdder und Pferde gelten je nach Kanton unter- schiedliche Bestimmungen. Wir halten uns daran. ©Max Spring
Wir bleiben auf den Wegen.  Der Wald ist Lebensraum von Pflanzen und Tieren. Um diese nicht zu storen, nutzen wir die bestehenden Wege. ©Max Spring
Wir beschädigen und hinterlassen nichts.  Der Wald mitsamt Bänken und anderen Einrichtungen ist fremdes Eigentum. Wir hinterlassen keinen Abfall und beschädigen nichts. ©Max Spring
Wir fragen nach, bevor wir etwas installieren. Grundsätzlich dürfen im  Wald keine Bauten errichtet werden. Hütten, Ast-Sofas, Schanzen, Kurven und andere bleibende Einrichtungen dürfen nur mit Erlaubnis erstellt werden. Wir kontaktieren  den Förster / die Försterin und die Waldeigentümerschaft. ©Max Spring
Wir achten auf die Forstarbeit. Waldpflege und -bewirtschaftung können Gefahren für Profis und Waldbesuchende bergen. Wir halten uns zwingend an Anwei- sungen und Absperrungen — auch am Wochenende. ©Max Spring
Wir sind uns der Gefahren in der Natur bewusst. Der Wald ist lebendige  Natur. Wir hüten uns eigenverantwortlich vor möglichen Gefahren wie herunter- fallenden Ästen und umstürzenden Bäumen. Bei Gewitter und Sturm gehen wir nicht  in den Wald. ©Max Spring
Wir halten Hunde unter Kontrolle.  Die Anwesenheit von Hunden bedeutet Stress und Gefahr für Wildtiere; deshalb gilt während der Brut- und Setzzeit meistenorts die Leinenpflicht. Wir riskieren nichts. Die Leine hilft jederzeit. ©Max Spring
Wir sammeln und pflücken mit Mass. Das Gesetz erlaubt das Sammeln von nicht geschützten Pflanzen, Pilzen und Früchten, aber auch von Asten oder Zapfen im ortstiblichen Umfang. Wir beachten lokale Vorschriften und halten Mass. ©Max Spring
Wir respektieren die Nachtruhe im Wald. Besonders in der Dimmerung und nachts sind viele Tiere auf den Wald als ungestörten Lebensraum angewiesen. Wir bleiben auf den Wegen und vermeiden Lärm und storendes Licht. ©Max Spring
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Knigge

Die AfW hat gemeinsam mit 20 Organisationen einen Knigge mit zehn Tipps für einen respektvollen Waldbesuch erarbeitet.
Mehr Informationen, Flyer, Bilder und Material für Schulklassen finden Sie hier.