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Christina Rehberg
Wissenschaftliche Assistenz

Kohlenstoffspeicher Biomasse

In der Biomasse der Schweizer Wälder stecken pro Hektar im Durchschnitt 130 Tonnen Kohlenstoff. Das entspricht in etwa dem Kohlenstoffgehalt der Holzkohle, die in zwei Bahnwagen der SBB transportiert werden kann.

Der Wald und CO2

Das Ökosystem Wald ist ein enormer CO2-Speicher; langfristig gesehen aber weder eine CO2-Senke noch eine -Quelle. Wald setzt über verschiedene Prozesse (Holzvermoderung, Waldbrände etc.) immer so viel Kohlenstoff frei, wie in den vorangegangenen Jahren bzw. Jahrzehnten/Jahrhunderten durch die sogenannte Photosynthese im Holz der Bäume (und im Boden) gespeichert worden ist.

Ob ein Wald eine Quelle oder Senke ist, hängt vom Betrachtungszeitpunkt bzw. -horizont ab: In den Monaten nach dem Sturm Lothar war der Schweizer Wald eine erhebliche CO2-Quelle; in den darauffolgenden Jahren führte der Vorratsaufbau auf den Sturmflächen dazu, dass der Wald zur CO2-Senke wurde. Eine effektive Erhöhung der CO2-Speicherleistung des Waldes könnte nur über einen langfristigen Vorratsaufbau je Hektare oder eine Waldflächenzunahme erfolgen. Beide Entwicklungen werden in der Schweiz im grossen Stil weder von der Branche noch von der Politik angestrebt (Stichwort Überalterung der Wälder bzw. Vergandung der Alpweiden).

Der Schweizer Wald nimmt netto pro Hektare und Jahr rund zwei Tonnen CO2 auf. Total entspricht das knapp einem Fünftel der CO2-Emissionen aus dem Verkehr.

Die drei S-Wirkungen

DIe Klimaschutzleistungen des Waldes lassen sich mit folgenden Punkten zusammenfassen:

  • CO2-Sequestrierung (Einlagerung) im Wald (Vegetation und Boden)
  • CO2-Speicherung in der «Zivilisation» (Holz in Gebäuden etc.)
  • CO2-Substitution von fossilen Energieträgern (Holz statt Erdöl, Erdgas etc.) und von CO2-intensiven Werkstoffen → Einsparung grauer Energie (z.B. Herstellung Stahl/Beton; lange Transportwege)

Erfahren Sie mehr im nachfolgenden Video:

Schweizer Projekte

Der Verein Wald-Klimaschutz Schweiz setzt sich damit zum Ziel, bei Waldeigentümern und Forstbetrieben eine klimaoptimierte Waldbewirtschaftung zu fördern. Damit soll ein nationaler Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Die durch die klimaoptimierte Waldbewirtschaftung enstehenden notwendigen Aufwendungen, Verzichte und Verpflichtungen werden durch den Erlös aus dem Verkauf von CO2-Zertifikaten finanziert. 

Zu diesem Zweck hat der Verein ein Programm für Wald-Klimaschutzprojekte in der Schweiz initiiert. Die Projekte sind so angelegt, dass mit einer geeigneten Bewirtschaftung ein CO2-Senkeneffekt erzeielt wird, dabei bleiben die Schutz-/ Nutz- und Wohlfahrtsfunktionen des Waldes weiterhin gewährleistet. Waldeigentümer und Forstbetriebe können als Vereinsmitglieder ein individuelles, auf sie zugeschnittenes CO2-Projekt realisieren. Die Kosten für die Dokumentation eines solchen CO2-Projektes, sowie dessen Validierung und Verifizierung übernimmt jedes Mitglied selbst. Der Verein unterstützt und berät die Mitglieder bei der Realisierung des Projektes.

Der Verein Wald-Klimaschutz Schweiz kam dank der Initiative «Klimaschutzprojekt Wald Solothurn» des BWSO (Bürgergemeinden und Wald Kanton Solothurn) zu stande. Es war – neben dem 2010 lancierten Wald-Klimaschutzprojekt der Oberallmeindkooperation (OAK) im Kanton Schwyz – eines der wenigen signifikanten und anerkannten Wald-Klimaschutzprojekte in der Schweiz.

Die Bürgergemeinden sind wichtige Stützen des öffentlichen Gemeinwesens im Kanton Solothurn. Der Wald bedeckt 41 Prozent der Bodenfläche. Die Vertretung der Interessen der Bürgergemeinden und jener der Waldeigentümer ist unsere Kompetenz. Wir stärken ihre Position und Bedeutung in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik.

www.bwso.ch

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