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Rechte und Pflichten

Waldeigentum bringt Rechte und Pflichten mit sich. Diese sind weltweit verschieden geregelt. Sogar auf kantonaler Stufe gibt es diesbezüglich einige Unterschiede. Basierend auf dem nationalen Waldgesetz und der dazugehörigen Waldverordnung hat jeder Kanton sein eigenes kantonales Waldgesetz sowie eine kantonale Waldverordnung.

Diese regeln verschiedene Aspekte der Waldbewirtschaftung, der Waldpflege, des Walderhalts und viele weitere Punkte. Daraus ergeben sich letztlich die meisten Rechte und Pflichten der Waldeigentümer. Ebenfalls wegweisend ist das Zivilgesetzbuch, das das Eigentum definiert und gleichzeitig - speziell für den Wald - das öffentliche Betretungsrecht regelt.

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu:

Die Schweizer Waldeigentümer bewirtschaften den Wald nachhaltig und nach strengen gesetzlichen Vorgaben. So können die vielseitigen Ansprüche der Gesellschaft langfristig erfüllt werden.

Gibt es im Wald eine Bewirtschaftungspflicht?

Das Schweizerische Bundesrecht sieht keine generelle Bewirtschaftungspflicht für den Wald vor.

Gemäss Bundesamt für Umwelt (BAFU) regelt Artikel 20 des Waldgesetzes (WaG, SR 921.0) die wichtigsten Bewirtschaftungsgrundsätze zur Erhaltung der Waldfunktionen; daraus lassen sich aber weder allgemeine Bewirtschaftungs- noch spezielle Sicherungspflichten ableiten. 

Wald und Holz
Wann wäre der Eigentümer von Schutzwald haftbar? (2013)

Freies Betretungsrecht

Die meisten Rechte und Pflichten der Schweizer Waldeigentümer leiten sich vom nationalen und den jeweiligen kantonalen Waldgesetzen sowie den dazugehörigen Waldverordnungen ab. Im Zivilgesetzbuch ist zudem das freie Betretungsrecht für jedermann festgeschrieben.

Die Eigentumsrechte des Schweizer Waldeigentums sind durch diverse gesetzliche Regelungen definiert und teilweise eingeschränkt (z. B. Rodungsverbot oder Anzeichnungspflicht). Ausserdem werden die Eigentümerinnen und Eigentümer durch das in der Schweiz unbestrittene freie Betretungsrecht des Waldes verpflichtet, ihren Grund und Boden der Bevölkerung zu bestimmten Nutzungen zur Verfügung zu stellen. 

In der Schweiz gilt das freie Betretungsrecht des Waldbodens. Das im Zivilgesetzbuch geregelte Recht beinhaltet auch das freie Sammeln von Waldprodukten im «ortsüblichen Umfang» (nicht kommerziell).

Allerdings erlaubt dieses Recht nicht, den Wald zu befahren oder zu bereiten. Für den motorisierten Verkehr gilt im Wald ein allgemeines Fahrverbot. Fahrradfahrer und Reiter dürfen grundsätzlich nur befestigte Waldwege benutzen.

Das freie Betretungsrecht bedeutet indessen nicht, dass der Waldeigentümer automatisch auf alle Ansprüche der Bevölkerung eingehen muss. Spezifische Leistungen erbringt er freiwillig und er darf dafür auch einen Preis verlangen.

ZGB Artikel 699
1 Das Betreten von Wald und Weide und die Aneignung wildwachsender Beeren, Pilze u. dgl. sind in ortsüblichem Umfange jedermann gestattet, soweit nicht im Interesse der Kulturen seitens der zuständigen Behörde einzelne bestimmt umgrenzte Verbote erlassen werden.
2 Über das Betreten fremden Eigentums zur Ausübung von Jagd und Fischerei kann das kantonale Recht nähere Vorschriften aufstellen.

Haftungsfragen

Je mehr Menschen sich im Wald aufhalten, desto relevanter werden die Fragen zur Haftung, wenn Unfälle im Wald passieren. Im Fokus steht die sogenannte «Werkshaftung», die im Bereich von Waldwegen, Forsthütten und anderen Infrastrukturanlagen im Wald zu tragen kommt.

Grundlegend ist aber das Prinzip, dass die geschädigte Person (z.B. der Waldnutzer) den erlittenen Schaden selber tragen muss («casum sentit dominus»). 

Dieser Grundsatz kennt allerdings einige Ausnahmen. Insbesondere folgende drei Haftungsarten können im Wald zum Tragen kommen:

  • Werkeigentümerhaftung
  • Verschuldenshaftung
  • Grundeigentümerhaftung

Haftungsfragen sind eine komplexe Angelegenheit und lassen sich meist nur unter Einbezug einer juristischen Fachperson klären.

Rechte und Pflichten bei Wanderwegen im Wald

Wandern ist die beliebteste Sportaktivität der Schweizerinnen und Schweizern. Jährlich nutzen rund 4 Mio. Wandernde das 65'000 km lange Wanderwegnetz. Davon liegen und 20'000 km im Wald. Das führt bei der Waldeigentümerschaft immer wieder zu Fragen betreffend Rechte und Pflichten.

Hier finden Sie eine Zusammenstellung der Antworten zu häufig gestellten Fragen rund um signalisierte Wanderwege im Wald