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Freizeit und Erholung im Wald

Der Wert der Erholungsleistung des Waldes wird auf 2 bis 4 Mrd. Franken pro Jahr geschätzt und dennoch muss niemand einen Eintritt in den Wald bezahlen! In der Schweiz gilt das freie Betretungsrecht des Waldes und somit steht die Wohlfahrtsleistung des Waldes allen frei zur Verfügung.

Der Wald bietet Geborgenheit, Ruhe, Schatten, saubere Luft und damit einen wohltuenden Ausgleich zum Alltag. Er wirkt nachweislich positiv auf die menschliche Gesundheit und ist eine intensiv genutzte Outdoor-Arena für Sportarten wie Biking, Jogging, Nordic Walking oder Wandern. Forstfachleute und Waldeigentümer unterhalten und pflegen den Wald, sodass er jederzeit als Erholungsraum offen steht – zum Nutzen aller.

Das freie Betreten des Waldes und das Sammeln von Beeren und Pilzen sind in «ortsüblichem Umfange» erlaubt. Dieses ursprünglich alemannische Recht ist seit 1907 im Schweizerischen Zivilgesetzbuch (Art. 699) festgehalten. Es gilt für Wälder in Privatbesitz ebenso wie für Wälder der öffentlichen Hand. Das umliegende Ausland kennt dieses Recht in diesem Umfang nicht.

Viele der Erholungsleistungen sind bis anhin der breiten Bevölkerung unentgeltlich von den Waldeigentümern zur Verfügung gestellt worden. Solange ihre Arbeiten und Investitionen durch den Holzverkauf abgedeckt werden konnten, stand dies ausser Frage. Doch inzwischen decken die Einnahmen vielerorts nicht einmal mehr die Holzerntekosten. Das schwierige wirtschaftliche Umfeld zwingt die Waldeigentümer immer häufiger dazu, auf gewisse Leistungen zu verzichten oder sich diese von den Nutzniessern oder der Öffentlichkeit (z. B. Einwohnergemeinde) abgelten zu lassen. Nur so kann der Unterhalt der Infrastrukturen im Wald sichergestellt werden.

Schweizer Wälder werden zunehmend von einer breiten Bevölkerung genutzt. Verschiedene Gruppen von Erholungssuchenden aber auch Kindergärten oder Feiernde profitieren von der Infrastruktur im Wald. Diese muss unterhalten werden, die Kosten sind von den Nutzniessern zu tragen.

Nachfolgend eine Auswahl verschiedener Praxisbeispiele zur Inwertsetzung der erbrachten Leistungen im Bereich Erholung und Wohlfahrt im Schweizer Wald.

Der Waldeigentümerverband beider Basel hat zusammen mit einem Projektteam die Leistungen des Waldes in einem Katalog zusammengefasst und mögliche Ansätze zur Vergütung dieser Leistungen definiert. Auch ein Mustervertrag steht zur Verfügung.
Hier erfahren Sie mehr zum Leistungskatalog WaldBeiderBasel

Pädagogische Angebote wie Waldkindergärten im Forst der Burgergemeinde Bern unterliegen klaren Bedingungen. Mehraufwände werden den Betreibern in Rechnung gestellt.
Hier erfahren Sie mehr zu den Waldkindergärten der BG Bern

Der Forstbetrieb vermietet sein Waldhaus für Veranstaltungen und Feste an die Bevölkerung. Online wird das Objekte sauber und «kundenfreundlich» präsentiert.
Hier erfahren Sie mehr zum Waldhaus Lyss.

Das Waldlabor Zürich zeigt und erforscht den vom Menschen beeinflussten und gepflegten Wald: Den Kulturwald. Im Waldlabor geht es um die vielfältigen Leistungen, die der Wald für unsere Gesellschaft erbringt und um den nachhaltigen Umgang mit diesem Lebensraum. Es soll gleichzeitig als Lern-, Erlebnis- und Forschungsort dienen.
 Hier erfahren Sie mehr zum Waldlabor.