Wald und Klimawandel

Das Klima verändert sich ständig. Der Wald kann sich an solche klimatischen Schwankungen zwar anpassen, doch momentan verlaufen diese Prozesse zu schnell. Durch eine angepasste Bewirtschaftung und einen dadurch stabilen und vitalen Wald lassen sich viele Effekte abschwächen.

Die Klimaveränderungen stellen den Wald und dessen Eigentümer vor grosse Herausforderungen. Mit dem erwarteten Anstieg der Temperaturen und der Zunahme von Trockenperioden werden sich die Standortbedingungen und dadurch die Waldgesellschaften verändern. Die wärmeren Temperaturen lassen die Waldgrenze ansteigen und fördern eine Verschiebung der Baumartenvorkommen. Zudem nehmen Extremereignisse wie Trockenheit oder Sturm zu und Schädlinge sowie fremdländische Pflanzen und Tiere finden neuen angepassten Lebensraum

Mehr Informationen in den Klimaszenarien für die Schweiz (CH2018)

Die momentanen Klimaveränderungen gehen für den Wald zu schnell.

Folgen für den Wald

Die Folgen der Klimaveränderung für den Schweizer Wald sind vielfältig. Hier eine Auswahl:

  • unangepasste Baumbestände wegen sich verändernden Standortverhältnissen
  • geschwächte Bäume
  • höhere Anfälligkeit auf Schadereignisse wie Sturm oder Käferbefall
  • steigende Waldbrandgefahr
  • erhöhtes Produktionsrisiko für Waldeigentümer
  • mangelnde Schutzleistung der Bergwälder - Ersatzmassnahmen in Milliardenhöhe

Eine aktive Bewirtschaftung hilft dem Wald widerstandsfähig zu bleiben und sich anzupassen.

Pflegen und bewirtschaften

Die Geschwindigkeit des Klimawandels droht die natürlichen Anpassungsprozesse im Wald zu überfordern. Der Wald soll deshalb so gestaltet werden, dass die Baumartenzusammensetzung eine möglichst grosse Anpassungsfähigkeit aufweist. Erreicht wird dies durch eine regelmässige Bewirtschaftung der Wälder. Jungwuchspflege, Durchforstung und Endnutzungsschläge ermöglichen einen strukturreichen, vielfältigen und stabilen Bestand; Baumartenzusammensetzung und der Altersklassenaufbau können beeinflusst werden. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Begründung der zukünftigen Generation, sprich die Waldverjüngung.

Der Bundesrat hatim Dezember 2022 einen Bericht zur Anpassung des Waldes an den Klimawandel veröffentlicht. Der Bericht  beschreibt 19 Massnahmen, mit denen auf die Herausforderungen durch den Klimawandel reagiert werden kann. Ziel ist dabei, die vielfältigen Leistungen des Waldes – Lebensraum für Tiere und Pflanzen, Lieferant von frischer Luft und Holz, Erholungsraum – zu erhalten. Der Schweizer Wald soll weiterhin als vielfältiges, widerstandsfähiges und damit anpassungsfähiges Ökosystem funktionieren.

Hier erfahren Sie mehr zum Bericht des Bundesrates

Die richtige Baumart für alle Fälle gibt es nicht - Mit einer vielfältigen Baumartenwahl kann das Risiko aber möglichst breit verteilt werden.

Die Frage nach der richtigen Baumart ist die zentrale Frage des klimaangepassten Waldbaus. Sie lässt sich nicht abschliessend beantworten. Im folgenden werden einige Hilfsmittel und Forschungsarbeiten vorgestellt. Diese können bei waldbaulichen Entscheidungen, beispielsweise in der Jungwaldpflege, wertvolle Anhaltspunkte liefern.

Tree App

Die Tree App stellt im Forschungsprogramm Wald und Klimawandel entwickelte Grundlagen zur Wahl zukunftsfähiger Baumarten den Waldfachleuten zur Verfügung. Sie integriert die Informationen über den Boden und die Klimaeignung der Baumarten im heutigen und im zukünftigen Klima. Die Tree App liefert eine Baumartenempfehlung für jeden Punkt im Schweizer Wald.
Hier erfahren Sie mehr zur Tree App

Testpflanzungen zukunftsfähiger Baumarten

Kantonale Forstdienste, Forstbetriebe, Baumschulen und Forschende der WSL schaffen in den Jahren 2020 bis 2022 ein Netzwerk von 59 Testpflanzungen zukunftsfähiger Baumarten in der ganzen Schweiz. Insgesamt über 55'000 Bäumchen sollen über mehrere Jahrzehnte beobachtet werden und Informationen zur Eignung der Baumarten im Klimawandel liefern. So entsteht eine einzigartige Infrastruktur für Forschung und Praxis.
Hier erfahren Sie mehr zu den Testpflanzungen

Zukünftige Verbreitung der Baumarten im Klimawandel

Ein Projekt der WSL modellierte unter verschiedenen Klimaszenarien die Verbreitung der Hauptbaumarten der Schweiz. Das Resultat sind Karten mit dem möglichen Verbreitungsgebiet unter dem Klima von heute, 2050 und 2080.  Die Modellierungen liefern Anhaltspunkte, welche Baumarten gefördert werden können.
Hier erfahren Sie mehr zu künftigen Verbreitung der Baumarten

Traubeneiche (Quercus petraea)

Rotbuche (Fagus sylvatica)

Weisstanne (Abies alba)

Fichte (Picea abies)