Neophyten

Gebietsfremde Pflanzen aus aller Welt, sogenannte Neophyten, machen sich vielerorts in den Wäldern breit. Weil das Ökosystem Wald dadurch negativ beeinflusst wird und zum Hort für die weitere Ausbreitung wird, müssen sie konsequent bekämpft werden. Den Waldeigentümern verursachen Neophyten erheblichen Aufwand und Kosten.

Alle Pflanzen, die nach der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus in die Schweiz gelangt sind, werden als «Neophyten» bezeichnet – sinngemäss übersetzt «neue Pflanzen». So beispielsweise die Kartoffel. Jedoch sind es nicht solche Arten, die Probleme verursachen, sondern nur jene, die invasiv und unkontrolliert in die natürlichen Lebensräume wie den Wald oder entlang von Gewässern vordringen.

Viele von ihnen verbreiten sich aus privaten Gärten oder Parkanlagen. Sommerflieder, Kanadische Goldrute oder der Kirschlorbeer sind prominente Beispiele. Eine häufige und oft unterschätzte Quelle ist das Vogelfutter, das Samen gebietsfremder Arten enthält und durch die Vögel weiträumig verbreitet wird – auch in den Wald.

Exotische Zierpflanzen bereichern unsere Gärten. Geraten sie in den Wald, kann das fatale Folgen haben. Dort führen sie sich nämlich auf wie Elefanten im Porzellanladen…

Es blüht wieder in unseren Gärten. Viele Pflanzen gedeihen diese Wochen besonders prächtig. Was manche Gartenbesitzer nicht wissen: Auch wenn sie noch so schön sind, von einigen als Zierpflanzen von weit hergeholten Gewächsen geht eine ernstzunehmende Gefahr aus. Sie haben bei uns keine natürlichen Konkurrenten, breiten sich leicht über den Gartenzaun hinaus aus und verdrängen wertvolle heimische Arten oder verschleppen Krankheiten und Schädlinge. Besonders betroffen ist der Wald.

Fatal ist, wenn solche Pflanzen, sogenannte Neophyten, mit Gartenabfällen direkt ins Ökosystem Wald gelangen. Einmal ausgewildert, ist es für Waldeigentümer und Forstprofis schwierig und teuer, die wuchernden Fremdlinge wieder zu stoppen – mancherorts sogar unmöglich. Unkontrolliert wachsen sie zu neuen, dichten Beständen heran und nehmen anderen Pflanzen, besonders jungen Bäumchen, den Platz und das Licht weg.

Darum gehören Gartenabfälle nicht in den Wald. Nie! Auch wenn sich der Rückschnitt der Hecke vielleicht optisch wenig unterscheidet vom Astmaterial der letzten Holzerei oder es sich nicht um Neophyten handelt, sondern um einfachen Rasenschnitt oder Topfballen der verblühten Balkondeko. Denn auch solches Grüngut schadet der Waldgesundheit, weil auf diese Weise Nährstoffe, Düngerreste oder fremde Kleinorganismen wie Viren, Bakterien oder Pilze ins Ökosystem eingetragen werden.

Danke, dass Sie verantwortungsbewusst handeln und Ihre Gartenabfälle fachgerecht entsorgen!

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Mehr Informationen zu Neophyten finden Sie auch bei Info flora

 

Waldwege und Strassen sind typische Verbreitungsgebiete für Neophyten. Zum einen gelangt das Samengut an Fahrzeugen haftend auf diesen Achsen in den Wald, zum anderen bieten die oft lichten und sonnigen Strassenböschungen ideale Wuchsbedingungen für die meisten Neophyten.
Ein angemessenes Erschliessungsnetz im Wald ermöglicht aber gleichzeitig auch die Kontrolle und auch die Bekämpfung von fremdländischen invasiven Pflanzen.

Die Bekämpfung der verschiedenen Neophyten ist unterschiedlich schwierig, aufwändig und erfolgsversprechend. Dadurch können hohe Kosten auf Forstbetriebe und Waldeigentümer zukommen, die sie zwar nicht verursacht, aber dennoch zu tragen haben. Nicht zu vernachlässigen, aber kaum abzuschätzen ist zudem der volkswirtschaftliche Schaden von invasiven Arten in Schutzwäldern, Naturwaldreservaten oder in Grundwasserschutzzonen. Dort verdrängen sie die natürlich vorkommende Vegetation und verursachen ein Ungleichgewicht. Unstabile Schutzwälder oder überwucherte Naturwaldreservate könnten die Folge sein.

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